Heutzutage scheint fast jedes smarte Gerät mit „KI“ verbunden zu sein, und Smartphones bilden da keine Ausnahme. Laut einer Studie von Deloitte könnten bis Ende 2025 bis zu 30 % der ausgelieferten Smartphones KI-Funktionen unterstützen. Neben integrierten KI-Assistenten wie Google Gemini und Apple Intelligence gibt es zahlreiche weitere KI-Apps auf dem Markt, etwa ChatGPT, Grok und Perplexity. Sie alle können das Leben und Arbeiten auf vielfältige Weise erleichtern – zum Beispiel, indem sie schnell ein Meeting zusammenfassen, jedes benötigte Bild oder Video erstellen oder den Zeitplan anhand von Wetter und Verkehr planen. KI ist eindeutig zu einem wichtigen Bestandteil von Smartphone-Funktionen geworden. „Intelligenz“ bedeutet jedoch oft einen höheren Akkuverbrauch. KI verarbeitet große Datenmengen und führt jede Sekunde komplexe Berechnungen durch, was den Akku Ihres Smartphones stark belasten kann. Laut einem Test von Enovix kann die Nutzung von KI-Funktionen den Akkuverbrauch um bis zu 50 % erhöhen. Niemand möchte, dass die Akkulaufzeit des Smartphones um mehrere Stunden sinkt. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sich dieses Problem bewältigen lässt und nicht alle KI-Funktionen viel Energie verbrauchen. Sehen wir uns genauer an, wie sich verschiedene Arten von KI auf den Akkuverbrauch auswirken und was Sie dagegen tun können.
I. KI-Assistenten auf dem Gerät
Beginnen wir mit KI-Assistenten, die direkt auf dem Gerät ausgeführt werden, etwa Google Gemini oder Apple Intelligence. Diese KI-Assistenten werden häufig lokal auf dem Smartphone eingesetzt und können daher viele grundlegende Aufgaben ohne Internetverbindung erledigen. Dazu gehören beispielsweise das Übersetzen von Texten, das Verbessern von Bildern und das Erkennen von Sprache. Da sie mit Daten arbeiten, die direkt auf Ihrem Smartphone gespeichert sind, können sie spürbar viel Speicherplatz beanspruchen. So benötigt Apple Intelligence während der Installation möglicherweise bis zu 7–8 GB.
Der wichtigste Vorteil von KI auf dem Gerät ist die Geschwindigkeit. Die Aufgaben werden lokal verarbeitet, sodass keine Daten an die Cloud gesendet werden müssen. Außerdem kann der Assistent nahtlos mit anderen Smartphone-Funktionen zusammenarbeiten, etwa Objekte direkt über die Kamera erkennen. Dieser Ansatz belastet jedoch den Chipsatz des Smartphones stärker. Wenn Sie ihn über längere Zeit intensiv nutzen, kann sich der Chipbereich erwärmen und der Akku schneller entladen.

In den meisten Alltagssituationen erledigt die KI auf dem Gerät relativ einfache Aufgaben. Ihr Energieverbrauch ist daher häufig niedriger als bei KI-Apps, die auf Cloud-Computing angewiesen sind. Bedenken Sie jedoch: Eine längere Nutzung, die Ausführung komplexer oder besonders anspruchsvoller Aufgaben sowie die gleichzeitige Verwendung anderer energieintensiver Module wie der Kamera können den Akku dennoch deutlich entladen. Auch die Softwareoptimierung spielt eine wichtige Rolle für die Energieeffizienz. So stellte Adrian von ZDNET fest, dass sich der Akku seines Smartphones nach dem Update auf iOS 18.3 deutlich schneller entleerte. Als Ursache erwies sich Apple Intelligence. Nach dem Deaktivieren kehrte die Akkulaufzeit zum Normalzustand zurück – ein Problem, das durch mangelhafte Optimierung verursacht wurde.
Wenn Sie überprüfen möchten, ob die KI auf Ihrem Smartphone die Akkulaufzeit beeinträchtigt, können Sie sie in den Einstellungen deaktivieren und prüfen, ob sich eine Verbesserung ergibt. Vermeiden Sie außerdem, Ihrer lokalen KI übermäßig komplexe oder zeitaufwendige Aufgaben zuzuweisen, da diese deutlich mehr Rechenleistung erfordern.
II. KI-Chatbots und andere Apps
Neben integrierten KI-Assistenten gibt es eine große Auswahl an KI-Apps auf dem Markt. Die häufigste Art sind KI-Chatbots wie ChatGPT von OpenAI und Grok von xAI. Diese Apps arbeiten in der Regel cloudbasiert und nicht lokal. Daher benötigen sie auf Ihrem Smartphone nicht viel Speicherplatz und beanspruchen den eigenen Prozessor nicht stark für komplexe Aufgaben. Stattdessen laden sie Daten in die Cloud hoch, verarbeiten sie dort und senden die Ergebnisse anschließend an Sie zurück. Das klingt deutlich praktischer als ein lokaler KI-Assistent, oder? In Wirklichkeit können KI-Chatbots und ähnliche Apps dennoch viel Energie verbrauchen. Der Grund ist, dass sie in Echtzeit ständig große Datenmengen mit der Cloud austauschen. Zwar belasten sie die NPU/CPU/GPU Ihres Smartphones nicht besonders stark, doch sie benötigen eine leistungsfähige und stabile Netzwerkverbindung. Da sie häufig für komplexere Aufgaben genutzt werden, können eine schlechte Netzwerkqualität oder die intensive Nutzung mobiler Daten dazu führen, dass sich der Basisband-Chip Ihres Smartphones (in der Nähe der Antenne) deutlich erwärmt. Das wiederum kann eine anhaltende Akkuentladung verursachen. Wenn Sie ChatGPT lediglich ein paar einfache Fragen über eine stabile WLAN-Verbindung zu Hause stellen, ist der Einfluss auf den Energieverbrauch vernachlässigbar. Wenn Sie jedoch Videos verarbeiten, komplexen Code generieren oder ohne gute Netzwerkverbindung mit einem KI-Begleiter interagieren, der Sprache und Animationen nutzt, können Energieverbrauch und Wärmeentwicklung schnell ansteigen. Denken Sie daher daran: Eine stabile Netzwerkverbindung ist entscheidend, um bei der Nutzung von KI-Apps Wärmeentwicklung und Akkuverbrauch zu reduzieren.
III. Datenübertragung im Hintergrund
Im Alltag werden KI-Aufgaben nicht immer ausschließlich von lokaler oder Cloud-KI verarbeitet – häufig kommt eine Kombination aus beidem zum Einsatz. Dieser hybride Ansatz verbindet die Effizienz der KI auf dem Gerät mit den leistungsfähigen Rechenkapazitäten der Cloud und liefert dadurch bessere Ergebnisse. Immer mehr KI-Apps erfordern jedoch inzwischen eine kontinuierliche Datenübertragung im Hintergrund. Dadurch kann es zu einem unerklärlichen Akkuverbrauch kommen, selbst wenn Sie die KI-Funktionen nicht aktiv nutzen.
Viele KI-Apps aktualisieren regelmäßig Daten im Hintergrund, um schnelle und präzise Antworten zu gewährleisten. Das sorgt zwar für ein reibungsloseres Nutzungserlebnis, kann aber auch den Energieverbrauch deutlich erhöhen – insbesondere, wenn Sie längere Zeit mobile 4G-/5G-Daten nutzen oder sich in Gebieten mit schlechter Netzwerkqualität aufhalten. Die gute Nachricht: Sie können Ihre Einstellungen entsprechend anpassen. Wenn Ihre KI-Apps reaktionsschnell bleiben sollen, ohne dass die Akkulaufzeit darunter leidet, können Sie ihnen den Zugriff auf mobile Daten im Hintergrund entziehen. Auf diese Weise synchronisieren sie Daten nur über WLAN, wodurch Wärmeentwicklung und Energieverbrauch reduziert werden.
Für viele Menschen sind KI-Funktionen auf dem Smartphone überhaupt nicht unverzichtbar. Mac Review berichtete, dass 61 % der Nutzer im Alltag eine längere Akkulaufzeit wichtiger finden als KI-Funktionen. In solchen Fällen kann das vollständige Deaktivieren der KI-Funktionen in den Einstellungen die einfachste und wirksamste Lösung sein. Bei Bedarf können Sie sie jederzeit wieder aktivieren.

Zusammenfassend finden Sie hier einige einfache Tipps, um den durch KI verursachten Akkuverbrauch zu reduzieren:
1.Vermeiden Sie komplexe, lang andauernde Aufgaben mit lokalen KI-Assistenten oder deren Kombination mit energieintensiven Modulen wie der Kamera.
2.Achten Sie bei der Nutzung von Cloud-KI auf eine stabile Netzwerkverbindung und vermeiden Sie es, ausschließlich auf 4G-/5G-Daten zurückzugreifen.
3.Beschränken Sie die Anzahl der Apps, die Daten im Hintergrund übertragen dürfen.
4.Wenn Sie sie nicht wirklich benötigen, ist das vollständige Deaktivieren der KI-Funktionen die schnellste Lösung.
Realistisch betrachtet könnte ein niedriger Akkustand jedoch zum neuen Normalzustand werden. Untersuchungen von Enovix zeigen, dass Verbesserungen bei der Akkueffizienz nicht mit dem wachsenden Energiebedarf von KI-Technologien Schritt halten. Deshalb ist es auch sinnvoll, weitere Lösungen bereitzuhalten – etwa eine Powerbank mitzunehmen oder ein gut belüftetes Schnellladegerät zu verwenden, um die Sorge um den Akku zu verringern.
Wie stehen Sie also zum Kompromiss zwischen KI-Funktionen und Akkugesundheit? Hätten Sie lieber einen leistungsstarken KI-Assistenten jederzeit zur Hand oder ein Smartphone, das mit einer einzigen Ladung ein bis zwei volle Tage durchhält? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!
